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Elizaveta Ostapenko ­– Preisträgerin des Hans Purrmann Förderpreises der Stadt Speyer, Publikation 2025

Elizaveta Ostapenko setzt sich in ihren Druckgrafiken, Malereien und Installationen mit dem Thema Transformation auseinander. Ihre Arbeiten entstehen aus der Beobachtung der alltäglichen Umgebung, sie erforscht Transformationsprozesse sowie Zustände von Bewegung und Statik. Ostapenko de- und rekonstruiert gefundene Fragmente zu neuen, komplexen architektonischen Räumen und arbeitet dabei hauptsächlich mit Farbe und reduzierten Oberflächen.
Als Preisträgerin des Hans Purrmann Förderpreises 2025 zeigt sie einen Zyklus von Radierungen mit dem Titel »Once upon somewhere in between« (zuerst gezeigt bei der HFBK Hamburg Jahresausstellung 2024) und eine Panorama-Malerei bestehend aus fünf Dibond-Platten mit dem Titel »Some say we have no time to stand and stare (Panel 6)« (2024).
Der Zyklus, bestehend aus drei mittelgroßen Druckgrafiken, verweist in seinem Titel auf die märchenhafte traumhafte Anspielung »once upon« und »somewhere« auf einen imaginären Raum, »in between« verstärkt die Aussage auf eine Zwischenwelt, eine Erinnerung oder einen Übergangszustand. Die Radierungen sind gedruckt in den zwei Farben Ocker und Hellgrau, die eine atmosphärische Distanz erzeugen. Ostapenko zeichnet mit Stift in die Druckgrafiken hinein und macht somit den Auflagedruck zu individuellen Grafiken.
Dem steht die Malerei im Panoramaformat »Some say we have no time to stand and stare (Panel 6)« gegenüber. Der Titel ist möglicherweise eine Reflexion über die Geschwindigkeit des modernen Lebens und gleichzeitig eine Einladung zur Entschleunigung und genauer Beobachtung. Hier malt die Künstlerin hart abgegrenzte kräftige Farbflecken ähnlich einer Camouflage auf eine Fläche von 100 x 590 cm ein Landschaftsmotiv oder ähnliches rhythmisch wiederholend von schmal auf der linken Seiten bis breit und gespiegelt in der Mitte. Diese Motivwiederholung folgt dem Prinzip einer fotografischen Aufnahme mit immer länger werdender Belichtungszeit.

Prof. Frank-Joachim Grossmann
Jurymitglied der Internationalen Printbiennale Yerevan 2023